Sein Autorenpseudonym, das ab 1910 allgemein gebräuchlich war: Arcadius Avellanus. Seine Eltern hießen Janus bzw. János und Júlia. Er stammte aus einer wohlhabenden Familie, denn sein Kind wurde bis zum Alter von 13 Jahren zu Hause unterrichtet, bevor er das Franziskaner-Gymnasium besuchte. Bis dahin sprach er ausschließlich Latein; Ungarisch lernte er in der Schule. Er trat 1869 in den Orden ein. Am 25. April 1874 wurde er zum Priester geweiht. Er sprach mehrere Sprachen auf muttersprachlichem Niveau – Latein, Ungarisch, Englisch, Altgriechisch und Tschechisch – und verstand noch weitere Sprachen. Nach seiner Priesterweihe war er als Prediger und Lehrer tätig; 1877 beschloss der Orden dann, dass das damals neu gegründete St. Bonaventura College (später Universität) in den USA junge und tatkräftige Lehrkräfte benötigte, weshalb man ihn dorthin entsandte. 1878 kam er in die USA, und zu diesem Zeitpunkt wurde ihm neben dem Lateinunterricht auch der Aufbau der Schulbibliothek übertragen. 1882 starben der damalige Rektor und der Hausoberer, woraufhin er in diese Funktion berufen wurde. Seine Tätigkeit als Oberer war erfolglos, die Disziplin im Kloster war völlig zusammengebrochen, und schließlich verließ er infolge einer Ordensvisitation den Priesterstand. Am 27. Oktober 1886 heiratete er in Newark, New Jersey, eine Frau namens Miss Edith E. Clare. Die Ehe endete irgendwann vor 1891 mit einer Scheidung. Um das Lateinische populär zu machen, übersetzte er zahlreiche Jugendbücher, zum Beispiel Stephensons „Die Schatzinsel“. Das Problem dabei ist, dass es ihn überhaupt nicht interessierte, ob moderne lateinische Ausdrücke möglicherweise bereits geprägt worden waren; daher verwendete er an deren Stelle zahlreiche Ausdrücke, die er selbst erfunden hatte. Ein Lektor oder Korrektor hätte dies korrigieren können, doch er lehnte deren Mitwirkung ab. Ebenso lehnte er übrigens auch die ungarische Sprachreform ab und gab in Hazelton eine Zeitschrift mit dem Titel „Önállás“ heraus, in der er ausschließlich die Grammatik und die Wörter aus der Zeit vor der Sprachreform verwendete; auch in ungarischen Zeitungen veröffentlichte er auf diese Weise. Vier Jahre später starb er verarmt in einer Pension. Lange Zeit geriet er völlig in Vergessenheit, doch in den letzten 10–15 Jahren taucht er auf zahlreichen Konferenzen zum Thema Latein wieder auf und erlebt sogar eine Art Renaissance, wobei seine ehrgeizigen Ziele anerkannt werden, darunter die pädagogische Revolution im Bereich der Klassiker, die Reform der lateinischen Rechtschreibung, die Neuauflage aller lateinischen Klassiker, die Gründung einer internationalen Latein-Gesellschaft sowie die Anerkennung des Lateinischen als universelle und internationale Sprache.
Dienstorte im Heimatland
Von
Bis
Ort i
Aktueller Name, Land i
Kirche / Institution
Funktion
1874
1875
Esztergom, Österreich-Ungarische Monarchie
Ungarn
Prediger
1875
1878
Érsekújvár, Österreich-Ungarische Monarchie
Nové Zámky, Slowakei
Lehrer für Griechisch und Latein
Dienstorte im Ausland
Von
Bis
Ort
Aktueller Name, Land
Kirche / Institution
Funktion
1878
1886
Alleghany, NY, USA
St. Bonaventura Collage
Lateinlehrer, Bibliothekar, ab 1882 Rektor und Hausmeister
Literarische Tätigkeit
The Reprobation of Yisróel. Allegany, 1886. (új kiad. Buffalo, 1888) - Thoughts Concerning an International Latin Academy. Philadelphia, 1901(?) - A zsidók a zsinagógában és otthon. Washington, D.C., 1907. - What our Schoolmen do not Know. New York, 1916(?) - Impressio specialis proloquii ad editionem latinam Robinsonis Crusoei Danielis De Foe. Brooklyn, 1928. - Palaestra. 3. kiad. New York, é.n. - New York-ban (N.Y.) az első m-angol hetilap, a Magyar Amerika 1879. VI. 15-IX(?): társszerk-je, 1887: a Józan Ész (Röpirat 2 részben a zsarnokság és babona ellen) havi folyóir., 1890-97: az Önállás (Hazleton), 1894: a Praeco Latinus (Latin Herald), 1906: a clevelandi (Oh.) Magyar Napilap szerk-je. - Álneve: Arcadius Avellanus (1910 után)