Árpád Ferenc Félix Holocsi OFM (28. August 1912, Oberungarn – 1977, Atlantik) war ein Franziskanermönch und Mitarbeiter der Franziskanermission im Heiligen Land sowie des ungarischen Seelsorgedienstes in Argentinien. Ursprünglich erlernte er das Bäcker- und Konditorhandwerk, trat dann aber in jungen Jahren in den Franziskanerorden ein. Seine Noviziatszeit verbrachte er in Jerusalem im Kloster der Grabeskirche, wo er den Zweiten Weltkrieg und die darauf folgenden Jahre durchlebte.
Im Heiligen Land spielte er eine besonders bedeutende Rolle bei der Verbesserung der Beziehungen zu den östlichen Christen. Er setzte sich entschlossen für die Rechte der katholischen Gemeinschaften ein, pflegte aber gleichzeitig liebevolle und freundschaftliche Beziehungen zu den Gläubigen und Ordensleuten des östlichen Ritus. Nach Aussage seiner Zeitgenossen trug er damit zur späteren ökumenischen Annäherung im Heiligen Land bei.
Im Juni 1952 wurde er nach Argentinien versetzt. Seine Aufgabe bestand darin, in den nördlichen Provinzen des Landes, vor allem in den Regionen Salta, Jujuy, Tucumán, Catamarca, Santiago del Estero und La Rioja, Spenden zugunsten des Heiligen Landes zu sammeln. Seine Arbeit war äußerst anstrengend: Unter schlechten Verkehrsbedingungen und extremen klimatischen Verhältnissen bereiste er das ganze Land. Die Hochgebirgsregionen und die extremen Temperaturen setzten seiner Gesundheit besonders zu.
Er besuchte regelmäßig die verstreut in den nördlichen Provinzen lebenden ungarischen Familien. Sowohl die Argentinier als auch die ungarischen Auswanderer nahmen ihn mit großer Zuneigung auf. Im Laufe seines Lebens litt er an einer sich allmählich verschlimmernden Diabeteserkrankung, die sein Sehvermögen und schließlich auch sein Herz schädigte. Trotz seines Gesundheitszustands setzte er seine Missionsreisen fort, denn er wollte die Menschen nicht im Stich lassen, mit denen ihn mehr als zwanzig Jahre Dienst verbanden.
In seinen letzten Lebensjahren besuchte er noch einmal die Orte, die ihm wichtig waren: seine Heimat, Budapest, Wien, den Wallfahrtsort Mariazell, die Stadt des Heiligtums Unserer Lieben Frau von Lourdes und schließlich Jerusalem. Als er an Bord ging, um nach Argentinien zurückzukehren, war er bereits schwer krank. Er starb während der Seereise; ein Mitbruder fand ihn tot in seiner Kabine. Sein Leichnam wurde in Buenos Aires in Empfang genommen und nach einer feierlichen Trauermesse im Franziskaner-Mausoleum von Chacarita zur letzten Ruhe gebettet. Cementerio de la Chacarita
Seine Zeitgenossen erinnerten sich an ihn als eine herausragende Persönlichkeit der ungarischen Franziskanermission des 20. Jahrhunderts, der sein ganzes Leben dem Dienst am Heiligen Land und den Gläubigen in der Diaspora gewidmet hatte. Er ruht auf dem Friedhof des Ordens in Chacarita.