piarista (Ordo Clericorum Regularium Pauperum Matris Dei Scholarum Piarum)
Weihegrad:
Priester
Ewige Gelübde:
16. Mai 1961
Priesterweihe:
3. Juni 1961
Begräbnisort:
Calvary Cemetery
West Conshohocken, PA, USA
Biographische Daten
Géza Pázmány Sch.P. (Budapest, 19. September 1929 – Devon, Pennsylvania, USA, 23. November 2024) war ein ungarischer Piaristenmönch, römisch-katholischer Priester und Lehrer, der den überwiegenden Teil seines Lebens in den Vereinigten Staaten verbrachte. Als Verfolgter der kommunistischen Diktatur musste er eine lange Haftstrafe verbüßen und wurde anschließend zur Emigration gezwungen, wo er als Mitglied des Piaristenordens mehr als sechs Jahrzehnte lang der Kirche und der katholischen Erziehung diente.
Er wurde am 19. September 1929 in Budapest geboren. Seine Gymnasialausbildung absolvierte er am Benediktiner-Gymnasium in Győr. 1948 trat er in den Zisterzienserorden ein und begann sein Noviziat in Zirc. Nach der Auflösung der Orden wurde er 1949 Priesteramtskandidat der Diözese Veszprém und setzte sein Theologiestudium bis 1951 am Priesterseminar in Veszprém fort und studierte anschließend von 1951 bis 1953 als Student am Pázmáneum in Wien sowie an der Universität Wien.
Aufgrund seines starken Heimwehs kehrte er im Sommer 1953 nach Ungarn zurück, um seine ehemaligen Lehrer und Freunde zu besuchen. Auf deren Rat hin versuchte er, nach Österreich zurückzukehren, wurde jedoch an der ungarisch-österreichischen Grenze festgenommen. Die Staatsschutzbehörde stufte ihn als westlichen Agenten und Spion ein, verhaftete ihn sowie mehrere Personen, mit denen er in Kontakt gekommen war, darunter Artisztid Kovács, den Direktor des Benediktiner-Gymnasiums, und Ernő Csizmadia. Das Militärgericht in Budapest verurteilte Géza Pázmány 1954 wegen Spionage zu fünfzehn Jahren, Ernő Csizmadia zu zwölf Jahren und Artisztid Kovács zu zehn Jahren Freiheitsentzug. Den Quellen zufolge sollte seine Strafe später noch verschärft werden, doch im Zuge der Ereignisse der Revolution von 1956 gelang es ihm, freizukommen, anschließend Ungarn zu verlassen und nach Österreich zu fliehen.
In Österreich überdachte er seine Berufung zum Priester und Ordensmann. Da er bereits zuvor die Mission der Piaristen kannte, in deren Mittelpunkt die Erziehung der Jugend stand, trat er am 8. September 1957 in das amerikanische Noviziat des Piaristenordens in Derby im Bundesstaat New York ein. Am 9. September 1958 legte er seine einfachen Gelübde ab; anschließend ging er nach Washington, wo er sein Theologiestudium an der American Catholic University fortsetzte. Am 16. Mai 1961 legte er seine ewigen Gelübde ab und wurde am 3. Juni 1961 zum Priester geweiht.
Im Jahr 1963 kehrte er endgültig in die Vereinigten Staaten zurück. Den überwiegenden Teil seines priesterlichen und lehrenden Dienstes verbrachte er an der Devon Preparatory School in Pennsylvania, wo er Theologie und Mathematik unterrichtete. Sein Dienst wurde nur durch einige kürzere Unterbrechungen unterbrochen: 1968–1969 war er im Piaristen-Ausbildungshaus in Wien tätig, von 1978 bis 1979 war er Mitglied der Piaristen-Gemeinschaft in Derby, von 1979 bis 1980 arbeitete er als Mathematiklehrer an der Calasanctius School in Buffalo und kehrte dann 1980 wieder nach Devon zurück.
Neben dem Unterricht spielte er auch eine aktive Rolle im Gemeinschaftsleben der Schule. Viele Jahre lang fuhr er den Bus der Schulmannschaften, wobei ihn regelmäßig sein treuer Hund Joey begleitete. Während seines priesterlichen Dienstes half er in zahlreichen Pfarreien und Ordensgemeinschaften aus und kümmerte sich zudem mit großer Hingabe um seine älteren und kranken Mitbrüder.
Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte er im Seniorenheim „Devon Senior Living“ in Pennsylvania. Trotz seines Gesundheitszustands nahm er im Rahmen seiner Möglichkeiten weiterhin am Seelsorgedienst teil und konzelebrierte samstags regelmäßig die Heiligen Messen in der Kapelle der Einrichtung.