Historisches Verzeichnis ungarischer, ungarischstämmiger und ungarischsprachiger Seelsorger im Ausland

Árpádházi Szent Margit R. K. Egyházközség

Árpádházi Szent Margit R. K. Egyházközség
Typ:Kirchengemeinde
Konfession:römisch-katholisch
Im jeweiligen Land gebräuchlicher Name:St. Margaret of Hungary Parish
Adresse:4680 Lander Rd.
Ort:Orange Village, OH, USA
Gründungsjahr:1921; die ursprüngliche Kirche wurde 1930 erbaut
Gründer: Róth Richárd
Status nach der Auflösung / derzeitiger Status:Besteht ohne ungarische Präsenz weiter

Beschreibung

Die Pfarrei „Szent Margit“ des Árpád-Hauses wurde in den Jahren des Ersten Weltkriegs gegründet, um den seelsorgerischen Bedürfnissen der sich in der Gegend der Buckeye Road in Cleveland bildenden ungarischen Einwanderergemeinschaft gerecht zu werden. Die Gründung erfolgte 1917, als Bischof Richard Roth auf Initiative der örtlichen ungarischen Katholiken mit der Leitung der Mission betraut wurde. Die erste Heilige Messe wurde 1919 gefeiert, und 1921 erhielt die Gemeinde den Status einer Pfarrei unter der Leitung von Pfarrer Ernő Rickert. Die Pfarrei erlebte einen raschen Aufschwung: 1922 wurden die erste Kirche und das Gemeindehaus errichtet, und einige Jahre später fand unter der Leitung von Bischof István Zadravecz eine groß angelegte Firmung statt. Bei der Glaubensunterweisung spielten die Sozialschwestern eine wichtige Rolle. Aufgrund der Bedürfnisse der wachsenden Gemeinde wurde unter der Leitung von Pfarrer András Koller mit dem Bau einer neuen, größeren Kirche und einer Schule begonnen; die neue Kirche wurde 1930 geweiht. Während des langen Dienstes von Pfarrer Koller entwickelte sich die Pfarrei zu einem der wichtigsten geistlichen und gemeinschaftlichen Zentren der ungarischen Bevölkerung in Cleveland. Die Gemeinde nimmt auch deshalb einen besonderen Platz in der Geschichte der ungarischen Emigration ein, weil sie bereits vor ihrer Heiligsprechung Margit aus dem Árpád-Haus als Schutzpatronin wählte, was später durch eine gesonderte römische Genehmigung bestätigt wurde. Das institutionelle System der Pfarrei wurde weiter ausgebaut: Es entstanden eine Schule und ein Schwesternhaus, in denen die Töchter des Göttlichen Erlösers als Lehrerinnen und Erzieherinnen tätig waren. Bemerkenswert ist, dass all dies auch während der Weltwirtschaftskrise ohne erhebliche finanzielle Belastungen und ohne Kreditaufnahme realisiert werden konnte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wirkte sich der Wandel der Stadtstruktur auch auf die Gemeinde aus: Immer mehr Gläubige zogen in die Vororte. Während der Amtszeit der Pfarrer János Mundweil und Dezső Hoffman ging die Zahl der Gemeindemitglieder allmählich zurück. Dieser Prozess erreichte unter der Leitung von Pfarrer László Rosko seinen Höhepunkt: Die alte Kirche wurde verkauft, und die Gemeinde organisierte sich an einem neuen Standort, in Orange Village, neu. Die Einweihung der neuen Kirche und des Gemeindezentrums fand 1993 statt. Die Geschichte der Pfarrei veranschaulicht anschaulich die institutionelle Kraft der ungarischen katholischen Diaspora sowie den Prozess, in dem sich die klassischen ethnischen Pfarreien in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts an die gesellschaftlichen und demografischen Veränderungen in den USA anpassen mussten.

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Quellen

  • Miklósházy:2008 — A tengerentúli emigráns magyar katolikus egyházi közösségek története Észak- és Dél-Amerikában, valamint Ausztráliában, 1–5. Összeáll. Miklósházy Attila, sajtó alá rend. Ligeti Angelus, Kiss G. Barnabás, Szent István Társulat, Budapest, 2008.

Zitierempfehlung

Árpádházi Szent Margit R. K. Egyházközség. In: Verzeichnis der Seelsorger in der Diaspora. Verfügbar unter: https://www.diaszporalelkipasztorok.hu/institutions/view.php?id=8 (abgerufen am: 2026-07-07).