Beschreibung
Die ungarische katholische Gemeinde in New York hatte bereits 1891 die Gründung einer eigenständigen ungarischsprachigen Pfarrei angestrebt. In den ersten Jahren und Jahrzehnten verfügten sie jedoch nicht über eine eigene Kirche, sodass sie ihre religiösen und gemeinschaftlichen Zusammenkünfte in gemieteten Räumlichkeiten abhielten. Das langjährige Bestreben der ungarischen Gläubigen wurde 1905 verwirklicht, als in der 14. Straße die erste eigenständige ungarisch-katholische Kirche errichtet wurde. Aufgrund der schnell wachsenden ungarischen Einwanderergemeinschaft erwies sich das Gebäude jedoch schon nach kurzer Zeit als zu klein.
Ein Wendepunkt in der Geschichte der Pfarrei war der September 1922, als ungarische Franziskanermönche in die Vereinigten Staaten kamen, um Exerzitien abzuhalten. Unter ihnen stach insbesondere Bonaventura Peéri O.F.M. hervor, den Kardinal Patrick Hayes, Erzbischof von New York, mit der Leitung der St.-Stephans-Gemeinde betraute. Unter der Leitung von Peéri Bonaventura begannen umfangreiche Bauarbeiten: Zwischen 1927 und 1928 entstanden die neue Kirche und die Pfarrschule, die für lange Zeit das Zentrum des geistlichen und kulturellen Lebens der ungarischen katholischen Gemeinde bildeten.
Diese Entwicklung wurde jedoch durch die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre unterbrochen. Viele der ungarischen Gläubigen verloren ihre Arbeit, weshalb die Rückzahlung der für die Bauvorhaben aufgenommenen Kredite immer schwieriger wurde. Die ungarischen Franziskaner baten die amerikanische Franziskanerprovinz „Holy Name Province“ um Hilfe, die 1935 die Trägerschaft der Pfarrei übernahm. Die amerikanischen Franziskaner errichteten neben der Kirche ein Kloster und sorgten über viele Jahrzehnte hinweg dafür, dass in der Gemeinde stets mindestens ein oder zwei ungarischsprachige Franziskanermönche im Dienst standen.
Die Seelsorge in ungarischer Sprache bestand bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts fort, doch nach 2008 standen nicht mehr genügend ungarische Franziskanermönche zur Verfügung. In der Folge wurden die Messen in ungarischer Sprache und die Seelsorge von Priestern der ungarischen Pfarreien in der Umgebung auf Aushilfsbasis übernommen.
Nach dem Weggang der Franziskaner beschloss die Erzdiözese New York im November 2014, die Pfarrei St. Stephan Ende 2015 aufzulösen. Die Kirche wurde der nahegelegenen Pfarrei St. Monika angegliedert und als vorübergehender Gottesdienstort ausgewiesen. Gemäß dieser Anordnung durfte in dem Gebäude kein regelmäßiges Pfarrleben mehr stattfinden, und Gottesdienste durften nur noch zu besonderen Anlässen abgehalten werden. Damit endete die mehr als ein Jahrhundert währende eigenständige Geschichte einer der ältesten und bedeutendsten ungarisch-katholischen Gemeinden New Yorks.