Jézus Szíve R. K. Egyházközség
Verzeichnis der Seelsorger in der Diaspora
Kirchengemeinde (römisch-katholisch)
Beschreibung
Die Stadt Akron – südlich von Cleveland – zog zu Beginn des 20. Jahrhunderts als eines der Zentren der amerikanischen Gummiindustrie eine beträchtliche Zahl von Einwanderern an, darunter auch viele ungarische Arbeiter, vor allem aus der Region Transdanubien und dem Matyóland. Aufgrund der religiösen und kulturellen Bedürfnisse der schnell wachsenden Gemeinschaft wurde 1915 auf Anregung von Oszkár Solymos die römisch-katholische ungarische Gemeinde „Herz Jesu“ gegründet. Da zunächst keine eigene Kirche vorhanden war, versammelten sich die Gläubigen zur Heiligen Messe in der örtlichen St.-Bernhard-Kirche, und in den ersten Jahren betreuten mehrere Priester die Gemeinde für kurze Zeit, bis sich schließlich die Organisation der Pfarrei festigte.
Der erste wirklich prägende Seelsorger der Gemeinde war Nándor Pupinszky, der die Gemeinde von 1920 bis 1959, also fast vier Jahrzehnte lang, leitete. Zu seiner Zeit wurde auf Anregung von Károly Böhm 1925 die Kirche errichtet, und 1935 entstand zudem ein Gemeindesaal, der neben dem religiösen Leben zu einem wichtigen Schauplatz des ungarischen Gemeinschafts- und Kulturlebens wurde. Die Pfarrei war nicht nur ein Zentrum der Seelsorge, sondern auch eine Institution zur Bewahrung der Identität: Es gab eine ungarische Schule, und auch das Ungarische Haus wurde zu einem festen Bestandteil des Gemeinschaftslebens.
Nach Pupinszkys Tod folgte eine kurze Übergangszeit, dann wurde 1959 Alajos Bartkó Pfarrer, der bis 1982 im Amt blieb. Unter seiner Leitung blieb die Pfarrei noch eine stabile Gemeinschaft, obwohl die Assimilation der zweiten und dritten Generation und der allmähliche Rückgang der ungarischen Sprache bereits spürbar waren. Ein wichtiges Ereignis war 1974 der Besuch von Kardinal József Mindszenty, der den Gläubigen nicht nur seelsorgerisch, sondern auch aus nationaler Sicht bedeutende Stärkung verlieh. In dieser Zeit übernahmen auch die Sozialschwestern eine wichtige Rolle: Sie beteiligten sich aktiv an der Bildung, der Glaubensunterweisung und der Organisation des Gemeinschaftslebens.
Ab den 1980er Jahren sah sich die Pfarrei zunehmend mit den Herausforderungen der schrumpfenden ungarischen Gemeinschaft konfrontiert. Es folgten Priester, die nur für kurze Zeit im Amt waren, doch 1987 verlieh die Ankunft von József Zalotai der Gemeinde neuen Schwung. In seiner Zeit wurden die pastoralen Programme gestärkt: Die Andachten am ersten Freitag im Monat wurden zur regelmäßigen Einrichtung, es wurden Wallfahrten zum Wallfahrtsort in Burton organisiert, Kranke wurden besucht und ein zweisprachiger Gemeindebrief herausgegeben. Auch die internationalen Beziehungen der Gemeinde waren rege, was durch die Besuche von Kardinal László Paskai und Bischof Attila Miklósházy unterstrichen wurde. Nach Zalotais Weggang im Jahr 1992 kam die Pfarrei unter amerikanische Leitung, doch der Seelsorgedienst in ungarischer Sprache wurde nicht eingestellt: Franziskanermönche halfen bei der Feier der Messe, und Diakon Géza Balássy predigte bis 2003 regelmäßig auf Ungarisch.
In den 2000er Jahren war die Gemeinde bereits erheblich geschrumpft, und auch der Gebrauch der ungarischen Sprache ging zurück. Der Tod von Géza Balássy im Jahr 2004 bedeutete das Ende einer Ära, da er der letzte ständige Seelsorger war, der konsequent in ungarischer Sprache wirkte. Danach wurde die ungarische Präsenz eher gelegentlicher Natur, und die Arbeit der Pfarrei fügte sich zunehmend in die englischsprachige Diözesanstruktur ein.
Die Entwicklungen des letzten Jahrzehnts bestätigen diesen längerfristigen Prozess. Im Zuge der strukturellen Umgestaltung der katholischen Pfarreien in Akron wurden die meisten der früheren ethnisch geprägten Gemeinschaften zusammengelegt oder aufgelöst, und auch die Herz-Jesu-Kirche fügte sich in diesen Prozess ein. Der ungarische Charakter ist heute nicht mehr bestimmend, sondern eher als historisches Andenken präsent. Gleichzeitig bewahrt der Ort weiterhin die Spuren der ungarischen Vergangenheit: Das Gebäude, die Gemeinschaftsräume und das lokale Gedächtnis zeugen gleichermaßen davon, dass hier in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein blühendes ungarisches katholisches Leben stattfand.
Insgesamt ist die Geschichte der Herz-Jesu-Gemeinde in Akron ein gutes Beispiel für das Schicksal der ungarisch-katholischen Gemeinschaften in den USA. Auf den anfänglichen raschen Aufbau von Institutionen und die Blütezeit folgte eine lange Phase der Stabilität, woraufhin es aufgrund gesellschaftlicher und demografischer Veränderungen zu einem allmählichen Niedergang und Wandel kam. Die jüngsten Entwicklungen lassen sich nicht auf ein einzelnes spektakuläres Ereignis zurückführen, sondern auf einen Prozess, in dem der ethnische Charakter der Gemeinschaft in den Hintergrund getreten ist, während ihr historisches Erbe im Gebäude und in der Erinnerung weiterlebt.
Weitere Informationen
Derzeit die Kirche einer traditionalistischen Gemeinde
Verknüpfte Personen
Pfarrer
Bartkó Alajos
1959 - 1982 | plébános, majd nyugállományban
Balássy Géza
1977 - 1986 | plébániavezető adminisztrátor
Iván László, dr.
1984 - 1986 | plébános
Aushilfsgeistliche / ohne Funktion
Denka J. Ferenc
1945 - 1949
Weitere Seelsorger
Holba Róbert Kasszián O.Praem
1957 - 1959 | lelkész
Balássy Géza
1977 - 1986 | diakónus
Quellen
- Miklósházy:2008 — A tengerentúli emigráns magyar katolikus egyházi közösségek története Észak- és Dél-Amerikában, valamint Ausztráliában, 1–5. Összeáll. Miklósházy Attila, sajtó alá rend. Ligeti Angelus, Kiss G. Barnabás, Szent István Társulat, Budapest, 2008.